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26.10.2016

Gut umsorgt von der ersten Lebensminute an

In Deutschland hat sich ein weit entwickeltes System an Vorsorgeuntersuchungen etabliert. Nicht nur die Allgemeinärzte überprüfen in bestimmten Abständen die Gesundheit ihrer Patienten, sondern auch die Kinder- und Jugendärzte.

Die Vorsorgeuntersuchungen starten bereits in den ersten Lebensstunden. In den sogenannten U-Untersuchungen überprüfen die Kinder- und Jugendärzte altersabhängig die Entwicklung der Kinder. Im Bedarfsfall leiten sie Maßnahmen ein, die ein gesundes Aufwachsen unterstützen. Nach der Geburt sind folgende Untersuchungen Standard:

Erste Vorsorgeuntersuchung U1

  • Der Gynäkologe oder Kinderarzt prüft die Umstellung von Kreislauf und Herzaktion sowie die Funktion der Lunge und achtet auf Fehlbildungen.
  • Zur Verhütung von Blutungen besonders im Gehirn und der Nebenniere geben die Ärzte Vitamin K am ersten Lebenstag und am Tag der U2.
  • Die Ärzte nehmen eine Höruntersuchung vor mit Ableitung von Hirnströmen auf angebotene Töne (BERA), um eine Hörstörung des Innenohres auszuschließen.
  • Die Ärzte prüfen die Sauerstoffsättigung an Armen und Beinen, um eine Aortenisthmus-Stenose (angeborene Verengung der Aorta) auszuschließen.
  • In einem Neugeborenen-Stoffwechsel-Screening untersuchen sie das Blut auf wesentliche Stoffwechselveränderungen (Schilddrüsenunterfunktion, angeborene Enzymstörungen, usw.).
  • Bei Familien mit auffälliger Hüftdysplasie-Anamnese (angeborene Verminderung des Hüftwinkels) untersuchen die Ärzte früh per Ultraschall die Hüfte, um gegebenenfalls an einen Orthopäden zu überweisen.

Zweite Vorsorgeuntersuchung U2

  • Eingehende Untersuchung der Reflexe, der Bewegung und der Körperfunktionen.
  • Die Ärzte überprüfen die Ernährung und Gewichtszunahme, außerdem geben sie Empfehlungen zur Vitaminsubstitution (Vitamin D, Fluorid und Vitamin K).
  • Neben der weiteren Versorgung zu Hause erläutern sie auch Themen wie Plötzlichen Kindstod.

Das Klinikum Landsberg bietet bei Risikoschwangerschaften eine eingehende pränatale Beurteilung an. Diese bespricht man im besonderen Falle mit dem Kinderarzt und legt gemeinsam fest, ob die Schwangere ihr Kind in Landsberg entbinden kann. Bei Komplikationen oder schwer einzuschätzenden Unwägbarkeiten ist ein Perinatalzentrum der nächste Schritt.

Ein einfühlsames Schwesternteam kümmert sich um die Mütter

Kommt ein Kind im Landsberger Kreißsaal zur Welt, steht der Assistenzarzt der Kinderabteilung und im Bedarfsfall auch ein Facharzt im Hintergrund bereit, alles für das Neugeborene zu tun. Handelt es sich um eine gut beherrschbare Krankheit, erfolgt die Behandlung auf der Kinder- und Jugendabteilung im Neugeborenenzimmer. Ein einfühlsames Schwesternteam kümmert sich um die Mütter, für Stillende sind die Verhältnisse optimal. Vom Patientenzimmer bis ins Behandlungszimmer sind es maximal 50 Meter.

Während der Zeit auf der Kinderstation erhält der Säugling alle aufgeführten Präventionsmaßnahmen. Hinzu kommt eine Ultraschalluntersuchung des Gehirns. Bei Neugeborenen mit ausgeprägten Krankheiten des Kreislaufs und der Atmung kann es immer wieder zu Hirnblutungen kommen. Außerdem wird ab dem dritten Lebenstag eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und der Blase durchgeführt. Hier lassen sich angeborene Störungen des Urintransportes erkennen, um zeitnah eine Behandlung zu beginnen. Ziel ist es, die Nieren bzw. die Nierenfunktion zu erhalten.


 

 

Autor: Volker Schönecker, Chefarzt der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendarzt, Kinderpneumologe


 

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