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13.02.2018

Wenn Keime die Runde machen

Erkrankungen des Magen-Darm-Kanals gehören zu den häufigsten Problemen in der Kinder- und Jugendmedizin. In den allermeisten Fällen geht es um infektiöse Erkrankungen, die durch Viren oder seltener durch Bakterien ausgelöst werden.

Übertragen werden die Erreger durch Tröpfchen oder kontaminierte Oberflächen. Deshalb kommt es in regelmäßigen Abständen zu kleinen Epidemien, die ihren Ausgangspunkt in Gemeinschaftseinrichtungen haben. Meistens sind es die Kindergärten oder Krippen, weil Kinder hier in großen Gruppen zusammenleben und oft noch ein unausgereiftes Immunsystem haben.

Allerdings bleiben auch Schulen nicht verschont und nicht selten werden die Eltern angesteckt. Selbst wenn erkrankte Kinder frühzeitig zuhause bleiben, was leider oft auch nicht gelingt, ist wegen der hohen Infektiosität eine Ausbreitung der Erkrankung kaum aufzuhalten.

Meist sind Viren die Krankheitsverursacher
Krankheitsverursacher sind schwerpunktmäßig enterotrope Viren wie Rotaviren, Noroviren oder Coronaviren. Gegen erstere gibt es eine Impfung, doch diese verhindert die Erkrankungen nicht dauerhaft.

Seltener, aber auch schwerwiegender sind bakterielle Infektionen durch Salmonellen, Colibakterien und einige andere Keime, die vor allem in der warmen Jahreszeit durch Nahrungsmittel wie rohe Milch aufgenommen und dann über Schmierinfektionen weitergegeben werden können.

Vier Symptome, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich heftig sind
Allen Keimen gemeinsam ist eine von Mensch zu Mensch außerordentlich unterschiedlich heftige Symptomatik, die im Wesentlichen vier Symptome einzeln oder in Kombination umfasst:

• Erbrechen
• Durchfall
• Bauchweh
• Fieber

Alle Symptome gehen mit Flüssigkeitsverlust des Körpers einher, entweder durch Verlust über Körperöffnungen oder die Haut, bei gleichzeitig mangelhafter Aufnahme wegen Beschwerden beim Essen und Trinken. Da die Flüssigkeitsreserven des Körpers begrenzt sind, kommt es dann immer zu Mangelzuständen.

Mit einer behutsamen Infusionsbehandlung kehren die Lebensgeister schnell zurück
Durch behutsame Zufuhr von traubenzucker- und kochsalzhaltigen Getränken kann man diese ausgleichen, eventuell unter Zuhilfenahme von Anti-Brech-Medikamenten in Zäpfchenform. Leider versagen diese oft und so kommt es insbesondere bei kleineren Kindern zu Verlusten, die zu Kreislaufzentralisation und in der Folge zur Blutübersäuerung mit weiterer Verschlechterung führen können, aus der die Kinder oft nur mit einer behutsamen Infusionsbehandlung herausfinden.

In der Regel muss diese zur Vermeidung von Komplikationen über einen Zeitraum von etwa zwei Tagen erfolgen. Jedes Jahr betreut die Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin einige Dutzend Kinder, deren Lebensgeister durch die stationäre Behandlung sehr schnell wiederkehren.


 

Autor: Dipl. Med. Thomas Rath, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendarzt

 


 

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