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25.09.2018

Durchblutungsstörungen in den Beinen: Wichtige Infos

Viele Menschen leiden an einer arteriellen Durchblutungsstörung. 20 Prozent der über 55-Jährigen sind davon betroffen, Männer vier Mal häufiger als Frauen. Diabetiker haben gar ein sechsfach erhöhtes Risiko, an einer solchen Durchblutungsstörung zu erkranken. Hinzu kommt: Arterielle Durchblutungsstörungen gehen einher mit einem deutlich erhöhten Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Eine der wichtigsten Ursachen ist die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose)
Von der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, kurz pAVK, sprechen Gefäßexperten, wenn sich große Blutgefäße (Arterien) meist im Becken oder in den Beinen verengen und dadurch die Durchblutung stören oder sie sich gar ganz verschließen.

Eine der wichtigsten Ursachen dafür ist eine fortschreitende Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Sie entsteht, wenn sich in den Wänden der Gefäße Zellen, Blutfette und andere Substanzen ansammeln, die schließlich verkalken. Diese harten Ablagerungen, die Spezialisten auch Plaques nennen, vermindern die Elastizität der Gefäße und verengen sie im Laufe der Zeit. Bricht eine der Ablagerungen auf, lagern sich an dieser Stelle Blutplättchen (Thrombozyten) an. Ein Blutgerinnsel (Thrombus) entsteht. Ist das Blutgerinnsel ausreichend groß, kann es das Gefäß an Ort und Stelle vollständig verschließen. Wenn das Gerinnsel hingegen weitergespült wird, entsteht im Versorgungsgebiet des Gefäßes ein Verschluss.

Krankheitsanzeichen: Viele Betroffene haben anfangs keine Beschwerden
Zwei Drittel aller Menschen mit einer arteriellen Durchblutungsstörung haben keine Beschwerden. Ist eine Arterie nicht vollständig verschlossen, kann der Körper die schlechtere Blutversorgung zunächst noch gut verkraften. Anfangs berichten viele Betroffene allenfalls über schwere Beine, nachdem sie sich belastet haben. Nach und nach haben sie dann Schmerzen beim Gehen in den Waden und gelegentlich im Oberschenkel, die beim Stehenbleiben wieder rasch nachlassen (Schaufensterkrankheit). Schließlich zeigen sich offene oder schwarze Stellen (Nekrosen), vor allem an den Zehen.

Experten teilen den Schweregrad der Durchblutungsstörung in verschiedene Stadien ein:
• Stadium I: Betroffene haben keine Beschwerden, die Störung ist nur durch eine Untersuchung feststellbar
• Stadium IIa/b: Betroffene klagen über Schmerzen beim Gehen (Schaufensterkrankheit)
• Stadium III: Betroffene haben auch Schmerzen in Ruhe
• Stadium IV: Betroffene haben offene oder schwarze Stellen am Fuß

Risikofaktor Nr. 1: Raucher haben ein deutlich höheres Risiko als Nichtraucher
Raucher haben ein deutlich höheres Risiko, an einer arteriellen Durchblutungsstörung zu erkranken als Nichtraucher. Weitere wichtige Risikofaktoren sind:
• Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
• erhöhter Bluthochdruck (Hypertonie)
• hoher Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie)

Diagnostik: Gefäßspezialisten setzen verschiedene Untersuchungen und Verfahren
Bei Verdacht auf eine Durchblutungsstörung befragen Gefäßspezialisten den Betroffenen zunächst nach seiner Krankengeschichte und seinen Beschwerden (Anamnese). Daran schließt sich eine gründliche Untersuchung an. Zudem geben bestimmte Laborwerte, wie Blutzucker, Blutfette (Cholesterin, Triglyzeride), Blutbild sowie Nieren- und Blutgerinnungswerte, wichtige Hinweise.

Folgende Untersuchungen kommen darüber hinaus zum Einsatz:
• Duplex-Sonographie: Dabei kann der Gefäßspezialist die verschiedenen Arterien auf einem Bildschirm darstellen und beurteilen. Die Duplexsonographie ist eine schmerzlose und unblutige Untersuchungsmethode.
• MR-Angiographie (Kernspintomographie) und CT-Angiographie: Das sind bildgebende Verfahren, mit dessen Hilfe Blutgefäße im Körper dargestellt werden können. Ein akuter Arterienverschluss lässt sich mit diesen Methoden genau lokalisieren.

Therapie: Ausschlaggebend ist der Schweregrad der Durchblutungsstörung
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad. In milderen Stadien (I-IIa) behandeln Gefäßspezialisten beim Betroffenen vorliegende Risikofaktoren (Rauchen, Zucker, Hochdruck), verordnen Medikamente und empfehlen Gehtraining und Fußpflege.

In schwereren Fällen setzen die Spezialisten gefäßchirurgische Verfahren und Techniken ein. Dazu gehören die Erweiterung (Dilatation) von Gefäßengstellen sowie das Einsetzen von Stents (Gefäßgitter), die Ausschälung verengter oder verschlossener Gefäßanteile, die sogenannte Thrombendatherektomie und das Einsetzen eines Bypasses (Umleitung).


 

 Autor: Dr. med. Johannes Wagner, Leitender Oberarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Leiter der Sektion für vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie


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