Nach oben

26.09.2018

Darmkrebs: Hohe Präzision dank technischen Fortschritts

Dank des technischen Fortschritts in der Magnetresonanztomographie (MRT) können Ärzte die lokale Tumorausdehnung des Rektumkarzinoms (Mastdarmkrebs) korrekt diagnostizieren.

Erst die MRT-Untersuchung ermöglicht es, Patienten mit einem Rektumkarzinom eine optimal auf sie persönlich zugeschnittene therapeutische Vorgehensweise zu empfehlen.

Mit der MRT können Ärzte die Tumorausdehnung exakt beurteilen. Dabei interessiert in erster Linie, inwieweit der Tumor noch auf die Darmwand beschränkt ist, oder ob er bereits über die Darmwand hinaus in das umgebende Gewebe infiltriert ist. Sollte dies der Fall sein, kann dies erhebliche Konsequenzen für eine Operation haben, da der Tumor möglicherweise bereits zu nahe an den anatomischen Operationsrand herangewachsen ist oder diesen überschritten hat. Dann besteht die Gefahr, dass der Tumor nicht vollständig durch die Operation entfernt wird und die Wahrscheinlichkeit für ein Rezidiv (Nachwachsen) erheblich steigt.

Rektumkarzinom: Ärzte unterscheiden vier verschiedene Stadien
Die Ausdehnung des Rektumkarzinoms wird in folgende Stadien unterteilt:


• T1: Das T1-Stadium wird durch die Infiltration der inneren Darmwandschicht charakterisiert. Dies kann einwandfrei mittels Endosonographie (EUS) oder MRT mit 3T-Geräten dargestellt werden. Der Therapiestandard in diesem Fall ist die sogenannte transanale endoskopische Mikrochirurgie (TEM).


• T2: Stadium T2 beschreibt Tumoren, die sich bis in die äußere Darmwandschicht ausdehnen, ohne diese Schicht zu überschreiten. Sie werden primär operiert.


• T3: T3-Tumoren überschreiten die Rektumwand und infiltrieren das umgebende Fettgewebe. Aufgrund der Infiltrationstiefe werden die T3-Tumoren eingeteilt in: a und b für minimale Infiltration (< 5mm), c (5-15mm) und d (> 15 mm). Außerdem soll die Differentialdiagnose T3- versus T2-Rektaltumoren mit narbig reaktiven Veränderungen des angrenzenden Fettgewebes, auch „T3-borderline"-Tumoren genannt, mitberücksichtigt werden, weil das therapeutische Prozedere in den beiden Fällen unterschiedlich ist. Das empfohlene Vorgehen bei T3-Rektaltumoren ist: Radiochemotherapie, Restaging und dann Operation. Bei T2-Tumoren mit narbig reaktiven Veränderungen des angrenzenden Fettgewebes wird die Operation als erstes durchgeführt. Beide Stadien in der MRT zu unterscheiden, kann manchmal schwierig sein.


• T4: T4-Tumoren umfassen fortgeschrittene Primärtumoren mit Infiltration der umliegenden Strukturen (T4a für die Infiltration der peritonealen Umschlagfalte und T4b für die Infiltration anderer Strukturen: Beckenboden, Vagina, Prostata, Blase, Samenblase). T4-Patienten wird eine langzeitige neoadjuvante Radiochemotherapie empfohlen, gefolgt von einer umfangreichen Operation.

MRT: Bildgebendes diagnostisches Verfahren mit hoher Präzision
Neben der primären Tumorausdehnung beurteilen Ärzte mit der MRT auch die Infiltration von Gefäßen im Bereich des Tumors sowie mögliche Lymphknotenmetastasen. Die hochauflösende MRT ist das einzige bildgebende diagnostische Verfahren, das die notwendige Präzision für den anatomischen Operationsrand, den sogenannten zirkumferentiellen Resektionsrand (CRM), gewährleistet. Und dieser CRM ist der wichtigste prognostische Faktor des Tumor-Stagings für den Erfolg der Therapie.


Autor: Dr. med. Christian Kulke, Verantwortlicher Arzt Klinikradiologie, Facharzt für diagnostische Radiologie

Stellenangebot

Assistenz- oder Facharzt (m/w/d) für die Abteilung Innere Medizin in Vollzeit

Die Abteilung Innere Medizin sucht zum 01.12.2018 einen Assistenz- oder …

Mehr erfahren

Stellenangebot

Gesundheits- und Krankenpfleger (m/w/d) Intenstivstation / Aufwachraum in Voll- oder Teilzeit

Die Abteilung Pflege sucht für unsere interdisziplinäre Intensivstation …

Mehr erfahren

Stellenangebot

Assistenzarzt (m/w/d) Chirurgie - Schwerpunktbereich Allgemein-, Viszeral- u. Gefäßchirurgie in Vollzeit

Die Abteilung Chirurgie sucht im Schwerpunktbereich Allgemein-, Viszeral- …

Mehr erfahren