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15.11.2018

Fußfehlstellungen: Welche es gibt - wie Ärzte sie behandeln

Am Donnerstag, den 6. Dezember 2018, findet um 19 Uhr im Klinikum Landsberg in unserem Vortragsraum im Untergeschoss folgender Fachvortrag statt, zu dem wir alle Interessenten herzlich einladen.

Referent: Dr. med. Bernd Kottenhahn, Oberarzt in der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie, Facharzt für Allgemeine Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Notfallmedizin, zertifizierter Fußchirurg der Deutschen Assoziation für Fußchirurgie

Egal ob es um einen schiefen großen Zeh geht, eine steife Großzehe oder eine sogenannte Hammerzehe: All diese Fußfehlstellungen sehen nicht nur unschön aus, sie können den kompletten Bewegungsablauf massiv stören und zu dauerhaften Schmerzen führen. Vor allem Frauen mittleren Alters, aber auch Jugendliche, leiden unter diesen schmerzhaften Verformungen der Füße.

Großzehenballen (Hallux valgus): Hochhackige Schuhe verstärken Probleme
Der Ballenfuß entsteht meist durch Veranlagung. Oft wird er verstärkt durch das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen, die vorn spitz zulaufen. Beim Hallux valgus weicht die Großzehe nach außen ab, die Zugrichtung der Sehnen verändert sich und der erste Mittelfußknochen wandert mit seinem Köpfchen nach innen. Dieses herausgetretene Mittelfußköpfchen reibt am Schuh. Das kann schmerzhafte Druckstellen verursachen oder zu Hautreizungen, Schwellungen und Entzündungen führen.

Der Hallus valgus ist die häufigste Verformung, mit der sich Patienten in eine orthopädische Behandlung begeben. Denn er führt beim Tragen von Schuhen zu Schmerzen und beeinträchtigt oft auch die benachbarten Zehen. Neben kosmetischen Veränderungen berichten Betroffene oft von Schmerzen an der Verdickung am Großzehengrundgelenk. Im weiteren Verlauf entstehen zusätzliche Deformitäten an den übrigen Zehen. Ärzte unterscheiden unterschiedliche Schweregrade. Diese richten sich danach, in welchem Winkel die Großzehe und der Mittelfußknochen verbogen sind.

Steifigkeit des Großzehengrundgelenks (Hallux rigidus): Verschleiß des Knorpels
Zudem treten oft Arthrosen auf, beispielsweise am Großzehengrundgelenk (Hallux rigidus). Dabei schmerzt das Gelenk durch zunehmende Abnutzung der Gelenkflächen (Verschleiß des Gelenkknorpels) beim Laufen immer stärker, bisweilen auch in Ruhe. Diese Veränderungen können auch als Folge einer Fehlstellung der Großzehe oder nach rheumatischen Gelenkentzündungen entstehen. Im weiteren Verlauf nimmt die Beweglichkeit im Gelenk ab, schließlich sind der Gelenkknorpel oder das ganze Gelenk zerstört.

Kleinzehenballen (Schneiderballen): Schmerzhafte Schwiele am 5. Mittelfußknochen
Ähnlich wie die Großzehe kann auch die Kleinzehe Fehlstellungen entwickeln. Dann bildet sich eine schmerzhafte Schwiele am Köpfchen des fünften Mittelfußknochens, die beim Gehen im Schuh drückt.

Hammerzehe (Hallux malleus): Störungen des Muskelgleichgewichts
Unter dem Begriff Hammerzehen verstehen Experten Störungen des Muskelgleichgewichts, die verschiedene Fehlstellungen der kleinen Zehen verursachen. Durch den Druck des Knochens unter der Haut und durch das Reiben des Schuhs bilden sich schmerzhafte Hornhautschwielen. Meist ist das Mittelglied der Zehe nach oben gebeugt und das Zehenendglied gestreckt.

Gründliche Untersuchung: Ratsam, wenn die Füße schmerzen
Wenn die Füße schmerzen, ist eine gründliche Untersuchung des Fußskeletts ratsam. Kranke Füße behindern nicht nur bei der Fortbewegung, sie verursachen auch Schmerzen in anderen Gelenken, wie den Knien, der Hüfte und im Rücken. Nach einer klinischen Untersuchung setzen Ärzte die Röntgendiagnostik ein. Anhand der Untersuchungsergebnisse legen sie zusammen mit dem Patienten fest, ob eine Operation sinnvoll oder zunächst eine konservative Behandlung zweckmäßiger ist.

Häufig erfordern ausgeprägte Fehlstellungen operative Eingriffe. Aufgrund der individuell stark unterschiedlichen Fehlstellungen und Ansprüche gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Weichteil- und Knocheneingriffen. Zum Teil können die Spezialisten diese Eingriffe ambulant vornehmen.

Viele Möglichkeiten: Therapien, die das Klinikum Landsberg anbietet
Das Klinikum Landsberg bietet Patienten mit Fußproblemen unter anderem folgende operative Therapien an:
• Korrekturen des Hallux valgus nach Form und Schwere sowie Alter des Patienten durch gelenkerhaltende Operationen
• Korrekturen von Krallen-, Hammer- und Klauenzehen
• Gelenkerhaltende Verfahren sowie Versteifungen bei Großzehengrundgelenksarthrosen
• Abtragung der Haglundexostose
• Abtragung von Exostosen und Ganglien
• Operative Behandlung bei Morton-Metatarsalgie
• Frakturversorgung des Fußskeletts

Ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Behandlung ist es, dass Patient, Operateur, Pflege, Physiotherapeut und Sanitätshaus eng zusammenarbeiten. Nur so kann es gelingen, Menschen mit Fußproblemen wieder sicher auf ihre eigenen Füße zu stellen.


 

 Autor: Dr. med. Bernd Kottenhahn
Oberarzt der Abteilung für Chirurgie, Facharzt für Allgemeine Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Notfallmedizin, Fußchirurgie DAF

 


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