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09.05.2019

Reflux: Warum die Speiseröhre brennt

Schweinshaxe als Hauptspeise und Eis mit Schlagsahne zum Nachtisch - keine gute Idee für Menschen, die ohnehin von Sodbrennen geplagt sind. Denn fette und süße Speisen gehören laut Dr. Harald Tigges zu den Faktoren, die das „Brennen" in der Speisröhre verstärken. Wer dann noch mit Nikotin und säurehaltigem Alkohol nachlegt, dürfe sich nicht wundern, wenn der Körper rebelliert.

Dr. Tigges ist Chefarzt des Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Klinikum Landsberg. In der Reihe „Donnerstags im Klinikum" hielt er jetzt vor über 110 Besuchern den Vortrag „Reflux-Krankheit – warum die Speiseröhre brennt". Dabei ging es auch um den Unterschied zu „normalem" Sodbrennen und der Reflux-Krankheit.

Viele kennen dieses unangenehme Brennen, das hinter dem Brustbein oder vom Oberbauch aus bis zum Hals ausstrahlt. Laut Tigges ist es im Allgemeinen harmlos. Wenn Patienten aber regelmäßig darunter leiden – mehrmals pro Woche oder gar am Tag -, wenn sie im erhöhten Sitz schlafen müssen, weil die sauren Sekrete im Liegen hochlaufen, wenn die Lebensqualität durch ständiges Sodbrennen stark eingeschränkt ist, dann ist es vermutlich die Reflux-Krankheit, so Tigges.

Ähnlich wie bei einem Luftballon

Denn dann funktioniere der Schließmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr richtig. Der Schließmuskel baut nicht mehr genügend Druck auf und öffnet zudem häufig auch spontan in Phasen, in denen keine Nahrung oder Flüssigkeit zugeführt wird. Hierdurch wird ein vermehrter Säure-Reflux aus dem Magen in die Speiseröhre ermöglicht, was zu Entzündungen oder Geschwürbildungen in der Speiseröhre führen kann.

Begünstigt werden kann dieser Effekt durch einen vollen Magen. „Das ist wie bei einem Luftballon. Je voller er ist, umso kürzer wird der Hals oben – ist der Magen nach einem üppigen Essen stark gedehnt, lockert sich der Verschluss und lässt Luft oder Mageninhalt nach oben durch." Weitere Faktoren wie Stress, Übergewicht und ungesunde Ernährung können dazu beitragen, die Beschwerden zu verschlimmern. Manchmal sei aber auch ein Zwerchfellbruch mitverantwortlich für die Reflux-Krankheit – dabei rutscht ein Teil des Magens in den Brustraum, so der Chefarzt.

Fett- und zuckerarmes Essen hilft

Sein Appell: „Man sollte das Sodbrennen in den Griff bekommen. Denn wenn es länger andauert, kann es zu Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut, in Einzelfällen auch zur Entstehung eines bösartigen Tumors der Speiseröhre im Verlauf mehrerer Jahre kommen." Auch gab Tigges einige Ernährungstipps: „Proteinhaltiges, fett- und zuckerarmes Essen. Und viele kleine Mahlzeiten." Es gebe zudem viele hochwirksame Medikamente, die die Säurebildung im Magen blockieren. „Viele Menschen sind dadurch beschwerdefrei oder können das Sodbrennen zumindest abmildern."

Niemand werde wegen Sodbrennens gleich auf den OP-Tisch gelegt, betonte Tigges. Doch es gebe auch andere Fälle. „Manche Patienten brauchen mit den Jahren eine immer höhere Dosis, um die Symptome zu lindern. Bei manchen wirken die Medikamente sogar irgendwann gar nicht mehr." Und auch bei besagtem Zwerchfellbruch komme man um eine OP nicht herum. Anhand von vielen Fallbeispielen, Bildern und Reflux-Vergleichswerten vor und nach Operationen verdeutlichte der Chefarzt, wie viel so ein Eingriff bringen kann. Nach einer solchen Operation sei es übrigens sehr wichtig, sich viel Zeit zu nehmen beim Essen und immer alles sehr klein zu schneiden.

 


 
Ansprechpartner: Dr. med. Harald Tigges, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie


 

 

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