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24.06.2019

Geriatrie: Gesund alt werden

Am Donnerstag, 4. Juli 2019, findet um 19 Uhr im Klinikum Landsberg in unserem Vortragsraum im Untergeschoss folgender Fachvortrag statt, zu dem wir alle Interessierten herzlich einladen.

Referent ist Dr. med. Ingo Mecklenburg, Chefarzt Innere Medizin am Klinikum Landsberg, Internist, Facharzt für Gastroenterologie, Intensiv- und Notfallmedizin, Ernährungsmedizin.

Bereits im Jahr 2030 wird in Deutschland jeder Dritte älter als 60 Jahre alt sein. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung weiter an. Daher haben viele ältere Menschen heutzutage die Perspektive, auch noch lange Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben selbstbestimmt zu leben. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie in einem möglichst guten Gesundheitszustand sind, um die noch vor ihnen liegenden Jahre aktiv genießen zu können.

Geriatrie: Unterstützung älterer Menschen mit Gesundheitsproblemen

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, eine chronische Krankheit und Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität) zu entwickeln. Die Geriatrie (Altersmedizin) befasst sich mit diesen Krankheiten. Aufgabe der Altersmedizin ist es, ältere Menschen mit Gesundheitsproblemen sowie Funktions- oder Fähigkeitsstörungen zu unterstützen. Denn der Organismus eines 90-Jährigen funktioniert eben anders als der eines 30-Jährigen.

In der Geriatrie arbeiten Ärzte, die zwischen den einzelnen medizinischen Fachdisziplinen „netzwerken". Denn je nach Krankheit werden alte Menschen von mehreren Ärzten unterschiedlicher medizinischer Fächer behandelt. Und im Zweifel wissen diese Ärzte und Therapeuten gar nichts voneinander und tauschen sich auch nicht über ihre Patienten aus.

In der Geriatrie laufen die Fäden zusammen: Sie ermöglicht den Überblick über verschriebene Medikamente und die Beurteilung möglicher Wechselwirkungen. Sie kennt die Auswirkungen von Erkrankungen und altersbedingten Gebrechen auf die Psyche und bindet auch die Angehörigen der Patienten in die Behandlung ein. Zugleich setzt sie auf eine Kooperation mit Kollegen, zum Beispiel Orthopäden oder Rheumatologen, auch Krankengymnasten, Ergotherapeuten und Ernährungsberatern.

Krankheitszeichen: Ältere reagieren oft mit ähnlichen Mustern

Alte Menschen reagieren aufgrund der altersbedingt eingeschränkten Organreserven auf unterschiedliche Auslöser oft mit ähnlichen Mustern. Diese bezeichnet die Altersmedizin auch als geriatrische Krankheitszeichen. Dazu gehören:

Sturz und ImmobilitätIntellektueller AbbauInkontinenz der AusscheidungsorganeIsolation im sozialen Umfeld mit depressiver VerstimmungMangelernährungVerlust von MuskelmasseGebrechlichkeitAustrocknung aufgrund zu wenigen TrinkensChronischer SchmerzMedikamentöse Übertherapie

Zusätzlich zu den klassischen ärztlichen Untersuchungsmethoden nutzt die Geriatrie das sogenannte geriatrische Assessment. Dieses beschreibt einen diagnostischen Prozess, um die medizinischen und psychosozialen Probleme ihrer betagten Patienten zu erfassen, alterstypische Mehrfacherkrankungen und funktionelle Defizite festzustellen ebenso wie psychische Probleme oder Probleme im sozialen Umfeld. Auf der Basis des geriatrischen Assessments stellt die Geriatrie einen Plan auf, um die ganzheitliche Therapie zu planen und zu überprüfen. Dabei berücksichtigt sie die Auslöser, aber auch die Reaktionen der verschiedenen Organsysteme im Zusammenhang der Mehrfacherkrankungen.

Wichtig: Gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, soziale Kontakte

Ziel der Altersmedizin ist es immer, dem körperlichen Abbau entgegenzuwirken und das bisherige Niveau an Autonomie zu erhalten. Die Geriatrie wägt immer ab, welche Krankheiten tatsächlich mit Medikamenten behandelt werden sollten, um so wenige Nebenwirkungen wie möglich zu erzeugen. Zusätzlich setzt sie auch auf nicht-medikamentöse Behandlungen wie Krankengymnastik, Ergotherapie, Sprach- und Schlucktherapie sowie soziale Maßnahmen.

Um möglichst lange fit und gesund zu bleiben, rät die Altersmedizin insbesondere älteren Menschen, mehr denn je die Grundsätze eines gesunden Lebensstils zu beherzigen: eine gesunde Ernährung, Sport und Bewegung und möglichst lange aktiv zu bleiben.

 


 

Ansprechpartner: Dr. med. Ingo Mecklenburg, Chefarzt der Inneren Medizin, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Zusatzbezeichnung spezielle internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, MBA


 

 

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