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22.10.2019

Adipositas: Wenn nur noch eine Operation hilft

Am Donnerstag, 31. Oktober 2019, findet um 19 Uhr im Klinikum Landsberg in unserem Vortragsraum im Untergeschoss folgender Fachvortrag statt, zu dem wir alle Interessierten herzlich einladen.

Referent ist Dr. med. Harald Tigges, Chefarzt der Chirurgie, Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie und Spezielle Viszeralchirurgie.

In den letzten Jahren ist die Zahl übergewichtiger Menschen stark gestiegen. In Deutschland sind zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen betroffen. Auch die Zahl der Menschen mit Adipositas (Fettleibigkeit) nimmt immer mehr zu. Die chronische Erkrankung ist damit eine der größten Gesundheitsgefahren der nächsten Jahrzehnte. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sind weltweit zwei Milliarden Menschen übergewichtig oder adipös.

Extremes Übergewicht beginnt ab einem BMI größer 40

Ärzte sprechen von Übergewicht oder Adipositas, wenn das Körperfett eines Menschen das Normalmaß übersteigt. Um das Gewicht eines Menschen klassifizieren zu können, nutzt die WHO den sogenannten Body-Mass-Index (BMI). Das ist der Quotient aus Gewicht und Körpergröße zum Quadrat (kg/m²). Als übergewichtig gelten Erwachsene ab einem BMI größer 25, als adipös ab einem BMI größer 30. Extremes Übergewicht (Adipositas permagna) beginnt ab einem BMI größer 40.

Irgendwann entwickeln massiv Übergewichtige nahezu ausnahmslos zahlreiche Folgeerkrankungen, wie Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettstoffwechselstörungen und Gelenkbeschwerden. Ihre Lebenserwartung ist aufgrund dieser Folgeerkrankungen im Vergleich zu Normalgewichtigen deutlich geringer. Auch kämpfen sie mit schweren psychosozialen Problemen. Oft werden sie in der Öffentlichkeit despektierlich betrachtet. Mitunter verlieren sie auch ihren Job, weil sie schlechter belastbar und weniger mobil sind. Berufsunfähigkeit droht vielen massiv Übergewichtigen bereits in einem Alter zwischen 30 und 40 Jahren.

Operationen für Patienten mit extremem Übergewicht

Eine drastische und dauerhafte Gewichtsabnahme ist der einzige Ausweg. Meist raten Ärzte dazu, mehrere Maßnahmen zu kombinieren: Ernährungstherapien (Diäten) mit Sport- und Bewegungstherapien sowie Verhaltenstherapien.

Oft können extrem Übergewichtige mit diesen Therapien allein ihr Gewicht nicht drastisch und dauerhaft reduzieren. Für sie bietet die Adipositas-Chirurgie (Bariatrische Chirurgie) eine effektive Alternative. Während einer Operation verkleinern Chirurgen den Magen des Patienten. Dazu setzen sie verschiedene Verfahren ein, die die Kapazität des Magens beschränken. Zu den wichtigsten Techniken gehören:

Schlauchmagen: Der Operateur entfernt den größten Teil des Magens, der auf etwa ein Fünftel seiner ursprünglichen Größe verkleinert wird. Aus dem verbleibenden Teil bildet der Operateur einen ‚Schlauch', sodass der Patient nur noch kleine Mengen Nahrung auf einmal aufnehmen kann und früher ein Sättigungsgefühl verspürt.

Magenbypass: Der Operateur trennt den Magen in einen kleinen, etwa 15 bis 30 Milliliter fassenden Vormagen und einen größeren Restmagen. Zusätzlich schaltet er einen Teil des Dünndarms funktionell aus. Dazu wird auch der Dünndarm durchtrennt. Das eine Ende wird an den kleinen Vormagen angeschlossen und das andere so umgeleitet, dass die Nahrung und Verdauungssäfte erst im mittleren Dünndarm vermengt werden. So wird die Nahrung am Restmagen vorbei direkt in den Dünndarm geleitet. Dort können die Nährstoffe dann nicht mehr vollständig aufgenommen werden.

Mini-Magenbypass: Der Operateur bildet einen schlauchförmigen Vormagen, der größer ist als beim Magenbypass. Im nächsten Schritt verbindet er diesen mit dem Jejunum (Krummdarm) 200 bis 250 Zentimeter nach dessen Beginn, wozu er den Dünndarm nicht durchtrennen muss. Somit wird ein größerer Restmagen von der Nahrungspassage ausgeschlossen. Der Eingriff ist weniger aufwändig als die Anlage eines Magenbypasses, da der Operateur nur eine einzige Verbindung (Anastomose) zwischen Magen und Dünndarm legen muss.

Patienten nehmen 60 bis 80 Prozent des Übergewichts ab

Zur Therapie gehört eine regelmäßige und dauerhafte Nachsorge. Abhängig vom Operationsverfahren können die Patienten Vitamine, Spurenelemente, Eisen und Eiweiß verlieren, was eine Substitution erforderlich macht.

Nicht selten wiegen Patienten, die für ein derartiges Verfahren in Betracht kommen, 120 bis mehr als 200 Kilogramm. Sie nehmen nach einer solchen Operation meist dauerhaft 60 bis 80 Prozent ihres Übergewichts ab. Das sind oft 35 bis 60 Kilogramm. Dadurch bessern sich auch Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck.

 


  Ansprechpartner: Dr. med. Harald Tigges, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie


 

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