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28.11.2019

Schulter und Ellenbogen: Schmerz nicht ignorieren!

„Ignorieren Sie die Schmerzen nicht!" Diesen Tipp gab Dr. Susanne Lochner den Zuhörern des Vortrags „Schulter- und Ellenbogenschmerzen – was steckt dahinter?" im Klinikum Landsberg. Denn Schmerzen seien immer ein deutliches Warnsignal. Die Beschwerden lassen sich aber, so die Oberärztin der Unfallchirurgie und Orthopädie, mit einer passenden konservativen Therapie oder einem operativen Verfahren sehr gut behandeln. Dabei sei allerdings oft Geduld gefragt.

Das beweglichste Gelenk des Körpers

Dr. Lochner erklärte, wie der Arm, die Schulter und der Ellenbogen aufgebaut sind. So sind im Arm sage und schreibe 40 Muskeln an der Bewegung beteiligt. Die Schulter mit ihren vier Teilgelenken ist übrigens das beweglichste Gelenk des ganzen Körpers. Die Ärztin sprach von einem komplexen Zusammenspiel von Bändern, Kapsel, Muskeln und Sehnen. Diese geben zwar dem Schulter- und dem Ellenbogengelenk diese einzigartige Beweglichkeit. Andererseits sind die beiden Gelenke auch besonders anfällig für Verletzungen und degenerative Erkrankungen.

Verschleiß oder Verletzungen

Viele Menschen sind von Schulterschmerzen geplagt, oft in Folge von Verschleiß, Entzündungen oder Verletzungen. Dr. Lochner zeigte auf, welche Ursachen am häufigsten dahinter stecken und wie sich die Beschwerden auswirken. So können ziehende, zunehmende Schmerzen in der Schulter auf das sogenannte Engpass-Syndrom hinweisen. Handelt es sich um anfallartige Schmerzen (besonders in der Nacht) kann es sich indes um eine akute Kalkschulter handeln. Dabei wird in der Sehne oder im Sehnenansatz Kalk gebildet. Hier sei eine konservative Therapie möglich (kühlen, Schmerzmittel, Physiotherapie, Stoßwellentherapie). Eine Operation muss erst in Betracht gezogen werden, wenn alles andere versagt hat und der Patient die Schmerzen einfach nicht mehr aushält, so Dr. Lochner.

Häufig komme auch ein Riss in der Rotatorenmanschette vor – hier sei eine zeitnahe OP erforderlich, um den Riss zu nähen. Auch haben die Ärzte am Klinikum oft mit ausgerenkten Schultern zu tun.

Sorgt der Verschleiß des Schulterhauptgelenks (Arthrose) für starke Schmerzen und schränkt die Mobilität und die Lebensqualität der Patienten sehr ein, kommt neben der konservativen Therapie ein Gelenkersatz infrage. Das Klinikum Landsberg hat sich im eigenen Endoprothetikzentrum (EPZ) unter anderem auf die Schulter- und Ellenbogenchirurgie spezialisiert. Die Experten des Fachbereichs Unfallchirurgie und Orthopädie setzen sowohl konservative Behandlungen ein als auch arthroskopische und offene Operationen. Wer unter einer fortgeschrittenen Arthrose leidet, dem können die Spezialisten künstliche Gelenke einsetzen, sogenannte Endoprothesen.

Was es mit dem Tennisarm auf sich hat

Im Ellenbogen mit seinen drei Teilgelenken, so erklärte die Referentin weiter, sorgen häufig entzündliche Veränderungen der Sehnenansätze für Schmerzen. Der sogenannte Tennisarm oder der Golfer-Ellenbogen hätten übrigens mit der jeweiligen Sportart gar nicht unbedingt etwas zu tun. Auch eine berufliche Überbelastung kann die Ursache sein, so Dr. Susanne Lochner, die zusätzlich auch Sportmedizinerin ist.

Sie rät dazu, am besten die auslösenden Faktoren zu vermeiden. Entzündungshämmer sollten nur kurz eingenommen werden. Kinesio-Taping, Physio-/Stoßwellentherapie und Wärmeanwendungen könnten langfristig helfen. Doch auch hier gilt: Hilft alles andere nichts, kommt ein operatives Verfahren infrage. Eine Arthrose im Ellenbogengelenk sei übrigens relativ selten. Oft liegen die Ursachen in Knochenbrüchen (Hinweis: wenn es „knirscht", deutet es auf einen Bruch hin) oder Verrenkungen, Entzündungen, Überbelastungen oder Rheuma.

Wo immer der Schmerz herkommt und wie er sich auswirkt: Dr. Lochner appellierte an die Zuhörer, möglichst zügig einen Arzt aufzusuchen und gemeinsam über eine sinnvolle Therapie nachzudenken. Oft sei Zeit und Geduld nötig, bis alles wieder verheilt ist. Im Anschluss an ihren Vortrag beantwortete die Oberärztin noch viele Fragen der Besucher und gab wertvolle Tipps.

Sprechstunde im Klinikum

Das Klinikum bietet immer dienstags von 9 bis 14 Uhr die Schulter- und Ellenbogensprechstunde mit Oberärztin Dr. Susanne Lochner und Chefarzt Dr. Urs M. Abker an. Terminvereinbarung unter Telefon 08191/333-1875

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