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03.12.2019

Wie man Blutarmut erkennt – und was Ärzte dagegen tun

Am Donnerstag, 5. Dezember 2019, findet um 19 Uhr im Klinikum Landsberg in unserem Vortragsraum im Untergeschoss wie der ein Fachvortrag statt, zu dem wir alle Interessierten herzlich einladen.Es geht um das Thema Blutarmut - wie man sie erkennt und was Ärzte dagegen tun können.

Referentin ist Dr. med. Claudia de Witt, Oberärztin der Abteilung Innere Medizin im Klinikum Landsberg, Fachärztin für Innere Medizin.

Ob jung oder alt: wer sich über einen längeren Zeitraum müde und schlapp fühlt, der könnte unter einer Blutarmut (Anämie) leiden. Gründe dafür gibt es viele. So können bestimmte Blut-Erkrankungen oder Blutverlust nach einer Verletzung ebenso die Ursache sein wie ein Magengeschwür, eine Krebserkrankung oder ein Mangel an wichtigen Nährstoffen.

Anämie: Wenn die Hämoglobin-Konzentration unter 13,5 g/dl oder 12 g/dl fällt

Ärzte sprechen von einer Anämie, wenn das Blut eines Menschen zu wenige rote Blutkörperchen oder zu wenig roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) enthält. So leiden Männer unter Blutarmut, wenn die Hämoglobinkonzentration ihres Blutes weniger als 13,5 g/dl (Gramm pro Deziliter) beträgt, Frauen sind betroffen, wenn die Hämoglobinkonzentration unter 12 g/dl liegt.

Aufgabe der roten Blutkörperchen ist es, Sauerstoff von der Lunge zu den Organen zu transportieren, damit deren Funktion aufrechterhalten werden kann. Wer unter Blutarmut leidet, wird also weniger gut mit Sauerstoff versorgt. Dies kann verschiedene Symptome auslösen:

- Blasse Haut und Schleimhäute

- Müdigkeit, Abgeschlagenheit

- Verminderte körperliche Belastbarkeit

- Schwindel, Neigung zum Kollaps

- Kälteüberempfindlichkeit

- Brüchige Haare und Nägel

- Zungenbrennen

Neben Abgeschlagenheit und einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit kann Sauerstoffmangel unbehandelt auch einzelne Organe wie die Lunge oder das Herz schädigen.

Eisenmangel ist die häufigste Ursache einer Blutarmut

Häufigste Ursache einer Blutarmut ist Eisenmangel. Ärzte sprechen auch von einer Eisenmangelanämie. Ein solcher Mangel entsteht durch größeren Blutverlust oder eine unzureichende Eisen-Aufnahme mit der Nahrung. Betroffen sind Menschen aller Altersgruppen. In jungen Jahren tritt sie bei Frauen häufiger auf als bei Männern. So leiden Frauen im gebärfähigen Alter oft unter Eisenmangel, weil sie über die Menstruation Blut verlieren und damit auch das in den roten Blutkörperchen gebundene Eisen.

Anzeichen einer Eisenmangelanämie sind insbesondere:

- Auffälligkeiten der Haut oder Schleimhäute: brüchige Nägel, Rillenbildung der Nägel, Mundwinkelrhagaden, Zungenbrennen, diffuser Haarausfall

- Nervensystem: Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Syndrom der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom), Atemnot bei Belastung

Eisenbedarf lässt sich über eine ausgewogene Ernährung decken

Der Eisenbedarf des Körpers lässt sich in der Regel über eine ausgewogene Ernährung decken. Frauen werden 15 Milligramm (mg) Eisen am Tag empfohlen, Männern 10 mg pro Tag. Fast alle Lebensmittel enthalten Eisen. Eine gute Quelle ist Fleisch, das ebenfalls roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) enthält. Der Körper kann das darin gebundene Eisen gut aufnehmen. Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln ist meist schlechter verwertbar. Daher kann eine vegetarische oder vegane Ernährung einen Eisenmangel begünstigen.

Gute Eisenlieferanten sind:

Rindfleisch: 3,2mg/100 gSchweinefleisch: 3,0 mg/100 gVollkornbrot: 3,2 mg/100 gHaferflocken: 4,6 mg/ 100 gErbsen: 5,0 mg/100 gLeinsamen: 8,2 mg/100 gKürbiskerne: 11,2 mg/100 gSojabohnen: 8,6 mg/100 mgThymian getrocknet: 123,6 mg/100 mgZimt: 38, mg/100 mg

Diagnose: Eine Blutunteruntersuchung gibt Auskunft

Ärzte diagnostizieren eine Eisenmangelanämie anhand einer Blutunteruntersuchung. Sie gibt Auskunft über den Hämoglobingehalt sowie über Zahl und Größe einzelner Blutzellen. Der Eisenspiegel und die Eisenreserven im Körper lassen sich ebenfalls im Blut bestimmen.

Ärzte fragen Betroffene nach Vor- oder Begleiterkrankungen, wie Magengeschwüren, Herz- oder Tumorerkrankungen, chronischen Blutungen, starken Menstruationsblutungen, ob sie Medikamente einnehmen und wie sie sichernähren. Danach folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Gegebenenfalls veranlassen sie weitere Untersuchungen. Dazu zählen je nach Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung zum Beispiel eine Magen- und Darmspiegelung, gynäkologische oder urologischer Untersuchungen.

Behandlung: eisenhaltige Präparate und Ernährungsumstellung

Die Behandlung einer Blutarmut richtet sich nach deren Ursache. Ist der Grund eine unzureichende Eisenaufnahme aus der Nahrung, setzen Ärzte eisenhaltige Präparate ein und raten zu einer entsprechenden Ernährungsumstellung. Sind hingegen Stoffwechselstörungen, ein Magengeschwür oder andere Erkrankungen die Ursache der Blutarmut, leiten Ärzte spezielle Therapien ein, mit denen sie diese Grunderkrankungen behandeln.

 


Ansprechpartnerin: Dr. med. Claudia de Witt, Oberärztin der Abteilung Innere Medizin im Klinikum Landsberg, Fachärztin für Innere Medizin.

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