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09.12.2019

Karpaltunnelsyndrom: Ein Nerv unter Druck

Wenn die Hände manchmal kurz einschlafen und diese sich dann taub anfühlen oder kribbeln, geht das meist schnell wieder vorbei. Kommt dies indes immer wieder vor, können Betroffene an einem Karpaltunnelsyndrom leiden.

Am sogenannten Karpaltunnelsyndrom erkranken meist Menschen im Alter von 40 bis 70 Jahren. Frauen sind öfter betroffen als Männer, auch Menschen, die körperlich arbeiten, erkranken häufiger am Karpaltunnelsyndrom.

Schwillt das Gewebe an, gerät der Nerv unter Druck Der Karpaltunnel befindet sich an der Innenseite von Handgelenk und Handwurzel. Er wird begrenzt von Knochen und Bindegewebe. Ein festes Bindegewebsband, das Karpalband, überspannt den Kanal. Durch diesen verlaufen Sehnen und der Mittelnerv, der die Empfindungsfähigkeit und Beweglichkeit des Daumenballens und Teile der Hand steuert. Wenn das Gewebe im Karpaltunnel anschwillt, kann der Mittelnerv unter Druck geraten und so ein Karpaltunnelsyndrom auslösen. Verschiedene Beschwerden sind möglich:
• Empfindungsstörungen: Teile der Hand fühlen sich taub an oder kribbeln (Ameisenlaufen), meist Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger. Typisches Anzeichen ist, wenn nachts eine Hand einschläft.
• Schmerzen in den Fingern: Manchmal schmerzt auch die ganze Hand, oder die Schmerzen strahlen bis in den Arm aus.
Betroffene haben meist nachts und morgens Beschwerden, oft an beiden Händen. Häufig bessern sich die Beschwerden, wenn sie die Hand ausschütteln. Bei andauernden Beschwerden entwickeln sich Lähmungen der Hand, sodass sie Gegenstände nicht mehr sicher festhalten können.

Über- und Fehlbelastungen können eine Rolle spielen
Warum sich ein Karpaltunnelsyndrom entwickelt, ist noch nicht genau geklärt. Experten vermuten, dass Über- und Fehlbelastungen eine Rolle spielen, wie starker Druck auf das Handgelenk oder einseitiges Arbeiten. Auch Computerarbeit könnte das Risiko für ein Karpaltunnelsyndrom erhöhen. Doch Studien haben bislang nur einen geringen Einfluss von Computerarbeit gefunden.

Zudem können Rheuma, Diabetes mellitus, Verletzungen am Handgelenk und Sehnenscheidenentzündungen ein Karpaltunnelsyndrom begünstigen. Wichtig ist, andere Ursachen auszuschließen. So können auch Veränderungen an der Halswirbelsäule die Nervenwurzeln irritieren.

Eine Operation kann die Beschwerden für immer beseitigen
Meist behandeln Ärzte das Karpaltunnelsyndrom zunächst mit einer Schiene. Betroffene tragen die Schiene nachts. Das verhindert, dass das Handgelenk abknickt und entlastet den Mittelnerv. Eine Operation wird erforderlich, wenn sich die Symptome verschlimmern. Dabei durchtrennen Ärzte das Karpalband, das sich quer über die Handwurzelknochen spannt, um den Mittelnerv zu entlasten. Durch eine solche Operation können die Beschwerden gelindert oder für immer beseitigt werden. Der erforderliche Eingriff wird ambulant durchgeführt und kann offen oder endoskopisch (minimal invasiv) erfolgen.

Im Klinikum Landsberg steht allen Betroffenen in der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie ein kompetentes Team zur Verfügung. Die Spezialisten behandeln nach neuesten medizinischen Standards und bieten ein breites Spektrum an operativen und konservativen Verfahren sowie innovativer Methoden an.

 


Ansprechpartner: Dr. med. Urs M. Abker, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie; Zusatzbezeichnungen Chirotherapie, spezielle Unfallchirurgie, Sportmedizin

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